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Original Thüringer Klöße

Original Thüringer Klöße

Vor rund 200 Jahren hoben die Thüringer eines ihrer Nationalgerichte aus der Taufe. Die Ernte war schlecht und das Getreide teuer. Da wurden wohl insbesondere die Thüringerinnen in ihrer Not erfinderisch. Zunächst versuchten sie, leider erfolglos, aus Kartoffeln Brot zu backen. Dabei dienten geriebene und gekochte Kartoffeln als Getreideersatz.

So wurde der berühmte Thüringer Kloß geboren, der heute praktisch überall zum Sonntagsessen gehört. Zum Beispiel zum Braten mit Rotkraut und leckerer Soße.

„On noch eens: E’ rechtscher Kloß moß rutsche, soll scheene glatt on halle sei, on oh nech zerloofe, oder gar bein Assen von Taller hopfe“.

DAS REZEPT:

Zunächst benötigt man für vier Personen etwa fünf Pfund Kartoffeln (scheene Klußkartoffeln, keene Haselnösse) am besten mehlig kochende. Davon werden zwei Drittel fein gerieben und kräftig ausgepresst. Der andere Teil wird kleingeschnitten und unter Zugabe der üblichen Menge Salz zu einem glatten Brei verkocht.

Währenddessen wird in einer Schüssel die Pressmasse (Schab) aufgelockert. Diese darf sich nicht mehr feucht anfühlen. Darunter mischt man ebenfalls eine Prise Salz.

Nun ist echte Muskelkraft gefragt. Der Schab wird in mehreren Etappen mit dem leicht kochenden Brei gebrüht und gründlich zu einer zähen Masse verquirlt. (Wenn d’r Koch ins Schwetzen kemmt on der Klußteeg forzt, es’s jut ). Jetzt heißt es Klöße formen. Zuvor aber müssen noch kleingeschnittene (am besten altbackene) Weißbrot- oder Semmelwürfel in Butter gebräunt werden und inzwischen abgekühlt bereitstehen, denn ohne sie schmecken die echten „Thüringer“ nur halb so gut.

Das Formen der Klöße gelingt besser, wenn man die Hände vorher in leicht temperiertes Wasser taucht. Leicht sieden hingegen sollte das Wasser, in dem die Klöße dann etwa zehn Minuten ziehen müssen, bevor sie mittels Schaumkelle aufgetragen werden können.

Ein zünftiger Braten und leckeres Gemüse oder frische Salate machen das Thüringer Nationalgericht zu einem Hochgenuss.


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